Skip to main content
Schematische Darstellung Videospiel-Controller
Hasehoch27shutterstock.com

Videospiele trainieren den Zahlensinn

Aus Studien ist bereits bekannt, dass Videospielen kognitive Fähigkeiten wie etwa die Zeitwahrnehmung oder das Arbeitsgedächtnis verbessert. Eine weitere Studie belegt jetzt, dass Videospieler auch besser darin sind, Mengen richtig abzuschätzen.

Videospiele sind nicht nur Zeitvertreib, sie verbessern auch die Hirnleistung. Je mehr wir spielen, desto besser lässt sich auf einen Blick eine Anzahl von Gegenständen abschätzen. „Das beruht wahrscheinlich auf verbesserten Aufmerksamkeitsprozessen im Gehirn, berichten die Neurowissenschaftler Joana Stäb und Uwe Ilg vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und der Universität Tübingen.

Um dies herauszufinden, rekrutierten sie passionierte Computerspieler, die mehr als vier Stunden pro Woche mit ihrem Hobby verbrachten. Als Kontrollgruppe dienten Personen, die deutlich weniger Zeit mit Videospielen verbrachten. Während des Experiments sahen beide Probandengruppen zwei Kreise mit Punkten auf einem Bildschirm. Sie mussten jeweils spontan angeben, in welchem Kreis sich mehr Punkte befanden. So konnten die Forschenden ihre Wahrnehmungsschwelle bestimmen.

Das Ergebnis: „Die Fähigkeit, Mengen auf einen Blick zu schätzen, lässt sich tatsächlich trainieren“, berichtet Studienleiter Ilg. „Vereinfacht ausgedrückt: Computerspieler können intuitiv und ohne nachzuzählen besser unterscheiden, ob mehr Äpfel oder mehr Orangen in einem Einkaufswagen liegen.“ Bei den Versuchsdurchgängen, in denen sich die Menge von Punkten in beiden Kreisen nur minimal unterschied, waren sie sogar eindeutig überlegen. Je mehr sie pro Woche spielten, desto feiner war ihre numerische Auflösung.
Die Hirnforscher rufen allerdings nur zum mäßigen Spielen auf: „Jede Medaille hat zwei Seiten – exzessives Computerspielen kann in Abhängigkeit münden, dies ist offiziell als Krankheit anerkannt.“

Referenz:
Universität Tübingen
Video-game play and non-symbolic numerical comparison, Addiction Biology 2021; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/adb.13065

#videospiele #skills #kognitivefaehigkeit #computerspiele #hirnleistung #gehirn #aufmerksamkeit #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Kollagenpulver und ein Glas Wasser

Kollagen: Wirkung, Einnahme und Risiken –was bringt es wirklich für Haut und Gel

Kollagen steht für straffe Haut, kräftiges Haar, starke Nägel und schmerzfreie Gelenke – zumindest laut den Werbeversprechen vieler Kollagenpräparate. Doch was kann das Strukturprotein tatsächlich leisten und was ist Marketing?

Zum Artikel: Frau hat gerötetet Hautausschlag auf ihrem Oberarm

Hautausschlag: Was steckt hinter Rötungen, Flecken und Bläschen?

Die möglichen Ursachen für einen Ausschlag reichen von Allergien über Hautkrankheiten bis hin zu Infektionskrankheiten, Stress, psychischen Belastungen und vielen mehr.

Zum Artikel: Frau krank auf dem Sofa mit Medikamenten

Schon wieder krank? Was hinter häufigen Erkältungen steckt.

Wenn Schnupfen und Husten zu ständigen Begleitern werden, steckt oft mehr dahinter als bloßes Pech. Der Körper sendet Signale, dass das Immunsystem Unterstützung braucht. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Abwehrkräfte schwächt und mit welchen gezielten Strategien Sie den Kreislauf endlich durchbrechen können

Zum Artikel: Frau liegt krank im Bett

Grippe, Erkältung oder COVID-19: So erkennen Sie den Unterschied

Ob es sich um Grippe, eine Erkältung oder COVID-19 handelt, ist oft nicht leicht zu sagen, denn die Symptome sind sehr ähnlich. Dennoch gibt es entscheidende Unterschiede im Verlauf, in der Intensität und in den Risiken.