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Grafik, ein nachdenklicher Mensch
Foto:Leremy/shutterstock.com

Verschwörungstheoretiker leiden nicht unbedingt an einer Denkverzerrung

Verschwörungstheorien scheinen im Laufe der Covid-19-Pandemie an Beliebtheit zu gewinnen. Doch wie stark stimmen Menschen ihnen tatsächlich zu, und wie hängt das mit Denkverzerrungen zusammen? Ein Forschungsteam der Universität Basel hat dies anhand einer repräsentativen anonymen Online-Umfrage mit über 1600 Personen in der deutschsprachigen Schweiz und Deutschland untersucht.

Im Durchschnitt stimmten knapp 10 Prozent aller Befragten einer Verschwörungsaussage stark, weitere 20 Prozent wenig oder mäßig und ungefähr 70 Prozent gar nicht zu. Den größten Anklang fanden Aussagen, die nahelegten, dass das Virus menschengemacht oder die offizielle Erklärung zu der Ursache des Virus anzuzweifeln sei.

Teilnehmende, die stärker zustimmten, waren im Durchschnitt jünger, gestresster und berichteten über mehr Paranoia-ähnliche Erfahrungen, wiesen eine politisch extremere Haltung sowie ein geringeres Bildungsniveau auf. Die Zustimmungswerte unterschieden sich nicht zwischen Geschlechtern. Die Forschungsergebnisse zeigen auch, dass die Impfakzeptanz in der Schweiz geringer ist als in anderen westeuropäischen Ländern.

Mit der Zustimmung zu Verschwörungstheorien gingen Besonderheiten in Denkprozessen einher. So wurden Schlussfolgerungen vorschneller und unter größerer Unsicherheit getroffen. Dabei zeigte sich aber, dass nicht alle Befürworter so denken, eine Untergruppe der Befragten zog ihre Schlussfolgerungen eher vorsichtig, analytisch und adaptiv. Ergebnisse, die die Forscher überraschten. Fazit der Untersucher: „Dies mahnt einerseits zur Vorsicht bei Pauschalisierungen über die Anhängerschaft von Verschwörungstheorien, andererseits birgt es aus Forschungsperspektive auch das Potenzial, in Zukunft die kognitiven Mechanismen von Verschwörungstheorien noch genauer zu untersuchen.“

Referenz:
Universität Basel
Coronavirus conspiracy beliefs in the German-speaking general population: endorsement rates and links to reasoning biases and paranoia, Psychological Medicine (2021), doi: 10.1017/ S0033291721001124

#verschwörungstheorie #konspiration #covid #pandemie #denkverzerrung #denkprozess #bildung #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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