Skip to main content
HLA-Teströhrchen, Blutprobe auf HLA
shutterstock

Covid-19: Genetische Risikofaktoren entdeckt

Eine Coronavirus-Infektion trifft nicht alle Patienten gleich schwer. Übergewichtige, Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen und ältere Personen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Eine Rolle scheint auch die genetische Veranlagung zu spielen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter der Leitung der Charité Berlin.

Die Studie umfasste 435 Patienten über 18 Jahren aus Deutschland, Spanien, der Schweiz und den USA, von denen manche kaum, andere schwer erkrankt waren. Die Wissenschaftler konzentrierten sich bei ihrer Suche auf das Humane Leukozytenantigen-System (HLA-System). Dabei handelt es sich um eine Gruppe menschlicher Gene, die für die Funktion des Immunsystems zentral sind und eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Deren Moleküle befinden sich auf der Oberfläche von weißen Blutkörperchen.

Die Wissenschaftler fanden nun Hinweise darauf, dass ein bestimmter HLA-Subtyp namens HLA-C*04:01 mit einem schweren klinischen Verlauf von Covid-19 einhergeht. Träger dieser Genvariante haben offenbar ein doppelt so hohes Risiko, im Krankheitsfall künstlich beatmet werden zu müssen. Dieses Wissen bietet jetzt die Möglichkeit, Patientengruppen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu identifizieren. Die Allelhäufigkeit in Spanien, der Schweiz und Deutschland wird mit etwa 16 Prozent angegeben.

Referenz:
Charité Berlin
Increased risk of severe clinical course of COVID-19 in carriers of HLA-C*04:01; EClinicalMedicine 2021; https://www.thelancet.com/journals/eclinm/article/PIIS2589-5370(21)00379-5/fulltext

#covid #pandemie #sars #genetik #schwererverlauf #HLA #genetischeveranlagung #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Schlaftracking: Mann schläft mit Smartwatch und Smartphone

Schlaftracker im Check: Können Smartwatch, Ring und Apps den Schlaf verbessern?

Schlaftracker gehören heute für viele Menschen zum Alltag und versprechen detaillierte Einblicke in den eigenen Schlaf.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Schlaftracker funktionieren, welche Messwerte tatsächlich aussagekräftig sind, wo die Grenzen der Geräte liegen und für wen Schlaftracking sinnvoll sein kann.

Zum Artikel: Ärztin untersucht Kind mit einem Stehtoskop

Herzgesundheit bei Kindern: Auf was Eltern achten müssen

Der Grundstein für ein gesundes Herz wird bereits in der Kindheit gelegt. Ob Ernährung, Bewegung oder das Erkennen von Warnsignalen: Eltern können viel dazu beitragen, dass sich das Herz ihres Kindes gesund entwickelt. Aber worauf kommt es im Alltag wirklich an? Wann sollte man mögliche Herzsymptome bei Kindern ernst nehmen?

Zum Artikel: Stress und Herz: Frau greift sich an ihr Herz

Stress und Herz: Wie psychische Belastung die Herzgesundheit beeinflusst

Stress kann sich deutlich auf das Herz auswirken: Der Puls steigt, das Herz schlägt schneller und manchmal entsteht ein Druckgefühl in der Brust. Doch warum reagiert das Herz so auf psychische Belastung? Erfahren Sie, was Stress im Körper auslöst, wie er das Herz beeinflusst und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Zum Artikel: Frau mit Smarwatch und Messdaten

Smartwatch, Puls und Herzgesundheit: Was die Werte wirklich bedeuten

Smartwatches sind längst mehr als Fitness-Gadgets. Diese sogenannten Wearables begleiten viele Menschen durch den gesamten Alltag und erfassen fortlaufend Daten. Was ihnen jedoch fehlt, ist der Kontext. Dieser Artikel erklärt, wie solche Werte entstehen, warum sie oft falsch interpretiert werden und wie man sie richtig einordnet