Skip to main content
Lunge mit Coronavirus
Foto:AGCuesta/Shutterstock

Corona: zahlreiche Spätschäden in der Lunge

Noch lässt sich nicht vollständig absehen, in welchem Umfang mit Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion zu rechnen ist. Immer offensichtlicher zeigt sich jedoch, dass sich die Liste an möglichen Spätschäden ständig erweitert. Das belegen auch zwei eben publizierte Studien, die sich mit der Lungengesundheit nach einer Covid-19-Erkrankung befassen.

Demnach haben Corona-Infizierte beispielsweise bis zu einem halben Jahr nach einer Ansteckung ein 33-fach erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie. Auch die Gefahr einer Blutgerinnselbildung in den Beinen (tiefe Beinvenenthrombose) steigt um das Fünffache, so das Ergebnis einer schwedischen Untersuchung. Gefährdet sind laut der Studie, die über eine Million Erkrankte einschloss, nicht nur Menschen mit schwerer Erkrankung, sondern auch jene, die ihre Infektion mit leichten Symptomen überstanden hatten. Die gute Nachricht: dank steigender Impfraten und umfassender Behandlung nahmen die Thromboseraten in den letzten Erkrankungswellen ab.

Schweizer Mediziner haben indessen eine neue Form der Lungenfibrose entdeckt, die sie als Post-Covid-Pulmonalfibrose (PCPF) bezeichnen. Die schwere Erkrankung, die zu einer Bindegewebsverhärtung und Vernarbung führt, wurde auch bei Personen diagnostiziert, die aufgrund ihrer Erkrankung im Spital behandelt aber nicht zwangsläufig künstlich beatmet werden mussten. Da sich die entzündliche Reaktion erst Monate nach einer Corona-Infektion zeigt, raten die Forschenden nun dazu, die Lungenfunktion länger im Auge zu behalten, um möglichst rasch eine Therapie einleiten zu können. Im Moment wird auch noch untersucht, mit welchen Medikamenten sich diese neue Form der Lungenfibrose am besten behandeln lässt.

Referenz:
Umea University, Universität Zürich
Risks of deep vein thrombosis, pulmonary embolism, and bleeding after covid-19: nationwide self-controlled cases series and matched cohort study, BMJ 2022; https://www.bmj.com/content/377/bmj-2021-069590
COVID-19-related end stage lung disease: two distinct phenotypes, Ann Med 2022; https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/07853890.2022.2039954

#lunge #covid #corona #longcovid #lungenfibrose #thrombose #pneumologie #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Magnesium und besserer Schlaf

Magnesium und Schlaf: Kann das Mineral die Schlafqualität verbessern?

Magnesium soll das Einschlafen erleichtern und für erholsameren Schlaf sorgen. Besonders Magnesiumbisglycinat und Magnesium-L-Threonat werden dafür beworben. Doch wie gut ist die Wirkung belegt? Was über die verschiedenen Formen, die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt bekannt ist, erfahren Sie hier.

Zum Artikel: Frau mit White-Nose-Box

White Noise zum Einschlafen: Hilft weißes Rauschen wirklich?

White Noise soll störende Geräusche überdecken und das Einschlafen erleichtern. Doch hilft weißes Rauschen tatsächlich beim Schlafen? Was Studien zu White Noise, Pink Noise und anderen Hintergrundgeräuschen zeigen – und warum gleichmäßiges Rauschen nicht für alle die beste Wahl ist.

Zum Artikel: Frau mit leichtem Übergewicht vor einer Waage

Antidepressiva und Gewichtszunahme: Welche Medikamente das Gewicht beeinflussen

Antidepressiva gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung von Depressionen und kommen auch bei anderen psychischen Erkrankungen zum Einsatz. Je nach Wirkstoff können sie sich unterschiedlich auf Appetit, Stoffwechsel und Körpergewicht auswirken.

Zum Artikel: Mouth Taping: Frau mit Mundpflaster beim Schlafen

Mouth Taping: Hilft das Abkleben des Mundes beim Schlafen wirklich?

Mouth Taping soll die Nasenatmung fördern, Schnarchen reduzieren und den Schlaf verbessern. Bekannt wurde die Methode vor allem durch Social Media und prominente Anhänger. Doch wie gut sind diese Effekte wissenschaftlich belegt? Und welche Risiken kann das Abkleben des Mundes in der Nacht haben?