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Chlamydien: wild auf Glutamin
Foto: Kateryna Kon/shutterstock

Chlamydien: wild auf Glutamin

Chlamydien sind Bakterien die Geschlechtskrankheiten auslösen. Weltweit sind rund 130 Millionen Menschen mit Chlamydien infiziert. Das größte Problem dabei: Die Infektion verläuft in der Regel ohne spürbare Symptome. Sie bleibt darum meist unbemerkt – das erleichtert die Verbreitung der Erreger und führt zu schweren oder chronischen Krankheitsverläufen wie Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs.

Wie der entscheidende Schritt aussieht, der die Vermehrung der Bakterien einleitet, war bisher nicht bekannt. Ein Forschungsteam der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat ihn jetzt entdeckt. Das ist wichtig, weil gerade der erste Schritt zur Vermehrung der Erreger ein guter Angriffspunkt für Medikamente sein dürfte.

Bei den Chlamydien besteht der erste Schritt darin, dass sie den Stoffwechsel ihrer menschlichen Wirtszellen umprogrammieren. Die Zellen importieren daraufhin verstärkt die Aminosäure Glutamin aus ihrer Umgebung. Diese Aminosäure benötigen sie um das ringförmige Molekül Peptidoglykan zu synthetisieren das für den Aufbau von Zellwänden gebraucht wird. Klappt das nicht, etwa weil das Glutamin-Importsystem nicht funktioniert, dann können sich die bakteriellen Erreger nicht mehr vermehren.

Referenzen:
Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU)
Pressemitteilung
Reprogramming of host glutamine metabolism during Chlamydia trachomatis infection and its key role in peptidoglykan synthesis; Nature Microbiology, 3.8.2020,
DOI: https://doi.org/10.1038/s41564-020-0762-5

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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