Skip to main content
Frau lehnt mit erhobener Hand ein Glas Rotwein ab
Foto: Tikhonova Yana/shutterstock

Studie: Alkohol erhöht Risiko für Vorhofflimmern

Schon der Genuss von einem kleinen Glas Alkohol täglich erhöht das Risiko für Vorhofflimmern. Im Vergleich zu Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Herzrhythmusstörungen um 16 Prozent, berichten Forscher um Renate Schnabel von der Universität Hamburg-Eppendorf. Die Kardiologin warnt daher vor der häufig gehörten Empfehlung “ein Glas Wein pro Tag schützt das Herz”. Diese dürfte nur beschränkt gültig sein. Zusätzlich zu dem um 16 Prozent erhöhten Risiko für Vorhofflimmern im Vergleich zu abstinenten Personen, stellten die Forscher fest, dass das Risiko mit zunehmendem Alkoholkonsum weiter zunahm. Bis zu zwei Getränke pro Tag waren mit einem um 28 Prozent erhöhten Risiko verbunden, dies stieg auf 47 Prozent für diejenigen, die mehr als vier konsumierten. Die Forscher kategorisierten ein kleines alkoholisches Getränk mit zwölf Gramm purem Ethanol, was einem Achtel Wein, einem kleinen Bier oder vier Zentiliter Spirituosen entspricht.

Es ist bekannt, dass Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken, ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz haben und diese das Auftreten von Vorhofflimmern erhöhen kann. Dies trifft jedoch auch für Personen zu, die niemals Alkohol trinken. Die Untersuchungen ergeben oft, dass dieses Risiko für Menschen, die eine moderate Menge trinken, abnimmt und dann stark ansteigt, je mehr Alkohol konsumiert wird.

Auch in der aktuellen Studie zeigte sich, dass niedrige Alkoholmengen im Vergleich zu abstinenten Personen mit einem verringerten Risiko für Herzinsuffizienz verbunden sind. Eine ähnliche Verringerung des Risikos wurde bei Vorhofflimmern allerdings nicht beobachtet. Dies deutet darauf hin, dass das erhöhte Risiko für Vorhofflimmern bei Menschen, die kleine Mengen Alkohol trinken, nicht durch Herzinsuffizienz ausgelöst wird.

Referenz:
Universität Hamburg
Science APA; https://science.apa.at/power-search/11376001140128027410;
Originalpublikation: Europ Heart J 2021, https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article/doi/10.1093/eurheartj/ehaa953/6090248

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Mouth Taping: Frau mit Mundpflaster beim Schlafen

Mouth Taping: Hilft das Abkleben des Mundes beim Schlafen wirklich?

Mouth Taping soll die Nasenatmung fördern, Schnarchen reduzieren und den Schlaf verbessern. Bekannt wurde die Methode vor allem durch Social Media und prominente Anhänger. Doch wie gut sind diese Effekte wissenschaftlich belegt? Und welche Risiken kann das Abkleben des Mundes in der Nacht haben?

Zum Artikel:  Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?

Triglyceride: Was bedeuten erhöhte Werte?

Welche Ursachen erhöhte Triglyceridwerte haben können, was sie bedeuten und was man tun kann, um die Werte günstig zu beeinflussen, lesen Sie hier.

Zum Artikel: personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin: Wie Präzisionsmedizin Behandlungen individueller macht

Kein Mensch gleicht dem anderen und Krankheiten sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Genau hier setzt die personalisierte Medizin an: Sie nutzt moderne diagnostische Methoden und berücksichtigt individuelle Merkmale, um Diagnosen zu präzisieren und Behandlungen gezielter auf den einzelnen Menschen abzustimmen.

Zum Artikel: Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

Bluthochdruck - Definition, Symptome, Diagnose und Behandlung

In Österreich gilt Bluthochdruck, wie in vielen anderen Industrieländern auch, als Volkskrankheit, Schätzungen zufolge ist hierzulande etwa ein Viertel aller Erwachsenen betroffen.