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Teströhrchen mit Virenbesatz
HorthRasur/shutterstock.com

Doppel- Antikörper neutralisiert Coronavirus 240mal besser

Zwei wirken besser als einer. Das dachten sich wohl auch ForscherInnen um Herta Steinkellner von der Universität für Bodenkultur in Wien. In ihrer letzten Arbeit konnten sie zeigen, dass eine Art-Superantikörper das Coronavirus bis zu 240mal besser neutralisiert als herkömmliche Antikörper.

Als Grundlage dienten den WissenschaftlerInnen IgA-Antikörper. Diese finden sich vor allem an der Eintrittspforte vieler Krankheitserreger, den Schleimhäuten der oberen Atemwege.  Ihr Job ist es, neu auftretende Krankheitskeime schnell und effektiv abzuwehren.
In ihrem Experiment nutzten die Forschenden zwei Varianten von IgA1 und verbanden diese zu einem Antikörper-Doppel, einem Dimer. Dieses neuartige Konstrukt erwies sich in Zellkulturtests dann auch als bis zu 240fach wirksamer als einfache Antikörper.

Die hohe Wirksamkeit könnte eventuell zur Vorbeugung einer Ansteckung bei Kindern, Kranken und Senioren oder zu Beginn der Krankheitsentwicklung bei infizierten Personen genutzt werden. Und zwar relativ einfach, in Form eines Nasensprays. Produzieren lassen sich die Antikörper in Tabakpflanzen, in denen die Gene zur Produktion der Antikörper zuvor eingebracht wurden. Dieses Konzept wurde bereits erfolgreich bei vorhergehenden Studien der Arbeitsgruppe eingesetzt.

Zusätzlich warten die neuen IgA-Dimere mit einem weiteren Vorteil auf: da sie maßgeschneidert produziert werden können, lassen sie sich nicht nur gegen Sars-CoV-2 einsetzen, sondern auch gegen alle anderen Erreger, die über die Atemwege in den Körper gelangen. Als nächster Schritt sind jetzt Studien an Tieren geplant.

Referenz:
Universität für Bodenkultur, Wien; MedUni Wien
Increased in vitro neutralizing activity of SARS-CoV-2 IgA1 dimers compared to monomers and IgG, PNAS 2021; https://www.pnas.org/content/118/44/e2107148118

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  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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