Skip to main content
Rückenmassage
AleksGudenko/shutterstock.com

Massagen heilen Muskeln schneller und stärker

Massagen werden seit mehr als 3000 Jahren zur Behandlung von schmerzenden oder verletzten Muskeln eingesetzt. Offenbar zu Recht, wie eine neue Untersuchung bestätigt.

In der rezent durchgeführten Studie fügten Forschende Mäusen Muskelverletzungen an einem Hinterbein zu und „behandelten“ diese für zwei Wochen mit Massagen. Eine zweite Gruppe blieb unbehandelt. Um Massagen standardisiert ablaufen zu lassen, setzen die Forscher auf ein spezielles Robotersystem (sogenannte Massagepistolen), so dass Druckkraft und Einwirkzeit der Massagen vergleichbar waren. Überprüft wurden die Gewebereaktionen mittels Ultraschall.

Das Ergebnis: die beschädigten Muskelfasern behandelter Tiere erholten sich im Vergleich zu den unbehandelten Tieren doppelt so schnell. Zudem reduzierten Massagen die Narbenbildung.
Das Forschungsteam stellte auch fest, dass die mechanische Belastung Immunzellen, sogenannte Neutrophile, schnell aus dem schwer verletzten Muskelgewebe entfernt. Dieser Prozess wiederum reduziert die Freisetzung entzündlicher Zytokine (Botenstoffe), die von Neutrophilen aus den Muskeln freigesetzt werden, was den Prozess der Muskelfaserregeneration fördert.

„Während die Entzündungsreaktion im Anfangsstadium der Heilung für die Regeneration nötig ist, ist es ebenso wichtig, dass die Entzündung schnell aufgelöst wird, so dass regenerative Prozesse ihren vollen Verlauf nehmen können“, so die ForscherInnen.

Im nächsten Schritt ist geplant, diesen mechano-therpeutischen Ansatz an größeren Tieren zu validieren, mit dem Ziel, seine Wirksamkeit auch am Menschen zu testen. So soll die Massagewirkung auf verschiedene Arten von Verletzungen, altersbedingten Muskelverlust und die Verbesserung der Muskelleistung überprüft werden.

Referenz:
Wyss Institute, Harvard
Skeletal muscle regeneration with robotic actuation–mediated clearance of neutrophils, Science Transl Med 2021; https://www.science.org/doi/10.1126/scitranslmed.abe8868

#muskel #verletzung #massage #regeneration #zytokine #sport #rehabilitation #medizin #medimpressions

 

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Blutproben in einem Labor

Thrombozytose: Ursachen, Symptome und Behandlung

Von einer Thrombozytose sprechen Ärzt:innen, wenn die Zahl der Thrombozyten im Blut zu hoch ist. Ein erhöhter Wert ist aber nicht automatisch gefährlich. Dieser Artikel erklärt, ab wann Thrombozytenwerte als zu hoch gelten, welche Ursachen möglich sind und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Zum Artikel: Frau nach dem Blutspenden / Thrombozyten

Thrombozyten: Funktion, Normalwerte und was Abweichungen bedeuten

Ein auffälliger Thrombozytenwert ist zunächst ein Hinweis, keine Diagnose. Ob er medizinisch bedeutsam ist, hängt davon ab, wie stark der Wert verändert ist, ob Beschwerden bestehen und ob auch andere Blutwerte auffällig sind. Dieser Artikel erklärt welche Aufgabe Thrombozyten im Körper haben und welche Werte als normal gelten.

Zum Artikel: Bluthochdruck bei Kindern: Werte, Ursachen und Therapie

Bluthochdruck bei Kindern: Werte, Ursachen und Therapie

Bluthochdruck betrifft heute immer häufiger auch die Jüngsten. Das Tückische daran: Da chronisch erhöhte Werte meist jahrelang keine spürbaren Beschwerden verursachen, bleibt Bluthochdruck bei Kindern oft unentdeckt. Das kann schwerwiegende Folgen für das spätere Leben haben.

Zum Artikel: Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) - Was ist das?

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entsteht meist durch eine länger bestehende Infektion mit bestimmten Humanen Papillomaviren (HPV). Die Erkrankung entwickelt sich häufig über Jahre aus Vorstufen, die bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen erkannt und behandelt werden können.