Skip to main content
Silhouetten verschiedenster Sportler in vielen Farben vor weißem Hintergrund
shutterstock

Depression: Bewegung bringt das Gehirn auf Trab

Menschen mit Depressionen ziehen sich oft zurück und sind körperlich inaktiv. Um die Wirkung von Bewegung zu untersuchen, untersuchte eine Arbeitsgruppe der Ruhr-Universität Bochum 41 Betroffene, die in der Klinik behandelt wurden. Die Teilnehmenden wurden je einer von zwei Gruppen zugeteilt. Eine absolvierte ein abwechslungsreiches Sportprogramm in dem auch gezielt Motivation und soziales Miteinander gefördert wurde und negative Erfahrungen mit körperlicher Aktivität – Stichwort Schulsport – abgebaut wurden. Die andere Gruppe nahm an einem Kontrollprogramm ohne körperliche Aktivität teil.

Vor und nach dem Programm bestimmte das Studienteam jeweils die Schwere der depressiven Symptomatik wie Antriebs- und Interessenlosigkeit, Motivationsmangel und negative Gefühle. Darüber hinaus wurde die Veränderungsbereitschaft des Gehirns, die sogenannte Neuroplastizität mittels transkaranieller Magnetstimulation gemessen.
Die Ergebnisse zeigten, dass bei Depressiven die Veränderungsbereitschaft des Gehirns im Vergleich zu Gesunden niedriger ist. Nach dem Programm mit körperlicher Aktivität stieg diese Veränderungsbereitschaft signifikant an und erreichte die Werte von Gesunden. Zeitgleich gingen die Depressionssymptome zurück. Bei der Gruppe, die am Kontrollprogramm teilgenommen hatte, waren diese Veränderungen nicht so ausgeprägt.

Inwiefern die Veränderung der Symptome und die Veränderbarkeit des Gehirns kausal miteinander verknüpft sind, können wir aus diesen Daten nicht beantworten“, so  Studienleiterin Karin Rosenkranz: „Es ist bekannt, dass körperliche Aktivität dem Gehirn guttut, da sie zum Beispiel die Neubildung von Nervenzellverbindungen fördert. Dies könnte auch hier eine Rolle spielen.“

Referenz:
Ruhr-Universität Bochum
Physical activity reduces clinical symptoms and restores neuroplasticity in major depression, Frontiers in Psychiatry 2021;
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyt.2021.660642/full

#depression #sport #bewegung #neuroplastizitaet #gehirn #motivation #medizin #medimpressions

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

Zum Artikel: Ashwagandha-Wurzel, Pflanze und Pulver in einer Schüssel

Ashwagandha für Schlaf, Stress und Muskelaufbau: Wirkung, Risiken und was wirkli

Die aus Indien stammende Heilpflanze Ashwagandha wird in der ayurvedischen Medizin seit langem zur Gesundheitsförderung eingesetzt. Heute wird die Schlafbeere auch in Europa bei Schlafstörungen, Stress, zum Muskelaufbau und für viele weitere Zwecke eingesetzt.

Zum Artikel: Edamame in einer weißen Schüssel

Edamame: Nährwerte, gesundheitliche Vorteile und Zubereitung

Edamame sind längst nicht mehr nur ein Trend aus der asiatischen Küche. Die jungen, grünen Sojabohnen finden sich heute in Supermärkten, Restaurants und immer häufiger auch auf heimischen Tellern. Viele Menschen schätzen Edamame als eiweißreichen Snack oder als Beilage zu Bowls und Salaten.

Zum Artikel: Algenöl: Glas mit grünen Algenöl und Kapseln mit Omega-3-Fettsäure

Omega-3-Fettsäuren in der veganen Ernährung: Wie Algenöl den Bedarf decken kann

Vegane Ernährung erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für Herz, Gehirn und Sehkraft und kommen hauptsächlich in Fisch vor. Algenöl ist hier eine ausgezeichnete pflanzliche Alternative.