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Vater umarmt Sohn
Foto: sebra/shutterstock

Zarte Berührungen steuern Sozialverhalten

Neue Erkenntnisse darüber, wie das Neuropeptid Oxytocin das Sozialverhalten koordiniert, liefert ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Israel und den USA. Oxytocin beeinflusst nicht nur Geburt und Stillzeit, sondern optimiert direkt das Gehirn, um Emotionen, Geschlechtsverkehr, Paarbindung und elterliches Verhalten zu ermöglichen. Wie genau Oxytocin diese prosozialen Verhaltensweisen fördert und was die tatsächliche Freisetzung des Neuropeptids auslöst, blieb jedoch ein Rätsel.

Nun gelang es erstmals elektrophysiologische Aufnahmen einzelner Oxytocin-Neuronen in sich frei bewegenden, weiblichen Ratten zu machen. So konnte nachgewiesen werden, dass sogenannte parvozelluläre Oxytocin-Neuronen, speziell bei körperlicher Berührung aktiviert werden, diese das gesamte Oxytocinsystem ankurbeln und so schlussendlich die Kommunikation zwischen weiblichen Ratten fördern.

Die Ergebnisse bilden die Basis für Therapieansätze, bei denen Oxytocin als wirksames Mittel zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt werden könnte. Eine Kombination aus sensorischer Körperstimulation (zum Beispiel durch Massage) und Oxytocin-Verabreichung in die Nase könnte krankhafte sozial-emotionale Veränderungen beim Menschen synergistisch abschwächen. Auf diese Weise könnte es Patienten helfen, die von psychischen Erkrankungen wie der Autismus-Spektrum-Störung und posttraumatischer Belastungsstörung betroffen sind.

Referenzen:
Pressemeldung ZI Mannheim
Social touch promotes interfemale communication via activation of parvocellular oxytocin neurons, Nature Neuroscience 27. July 2020;
DOI: https://doi.org/10.1038/s41593-020-0674-y

  • Autor

    Dr. Rosalia Rutter

    Medizinjournalistin

    Dr. Rosalia Rutter ist eine freie Medizinjournalistin mit einem Studium der Ernährungswissenschaften und Biochemie an der Universität Wien. Sie verfügt über langjährige Expertise im Verfassen medizinischer Inhalte.

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